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feministische philosoph_innengruppe

Über uns

Wir sind eine Gruppe Frankfurter Philosophiestudent_innen, die sich aus queer-feministischer Perspektive mit philosophischen und gesellschaftskritischen Fragen beschäftigt.
Damit möchten wir an die feministische Philosophinnengruppe anknüpfen, die bis vor wenigen Jahren am Frankfurter Institut für Philosophie aktiv war und regelmäßig den Feministischen Lehrauftrag organisiert hat. Durch diesen wurde die Möglichkeit geschaffen, renommierte Philosophinnen für Vorträge und Lehrveranstaltungen am Frankfurter Philosophie-Institut zu gewinnen. Die Veranstaltungsreihe ist unser erstes Projekt und wir erhoffen uns dadurch auf die Bedeutung queer-feministischer Fragestellungen auch im philosophischen Diskurs aufmerksam zu machen, für Probleme von Frauen speziell im Fach Philosophie zu sensibilisieren und den Feministischen Lehrauftrag am Institut wiederaufleben zu lassen.
Wir sind offen für neue Mitglieder und freuen uns über jede_n, die_der Interesse an unseren Aktivitäten hat!

Workshop und Autonomes Tutorium im Sommersemester 2012:

Macht der Vernunft, Rationalität der Macht: Zu einem Schlüsselmotiv Kritischer Theorie aus feministischer Perspektive


Die erste Sitzung des Tutoriums findet am Montag, den 16.4. um 10.00 h in Raum 3.401 statt. Für den Ort der nachfolgenden Sitzungen bitte hier noch einmal schauen!

Das Verhältnis von Macht und Vernunft ist von jeher zentraler Gegenstand jener gesellschaftstheoretischen Strömung, die man gemeinhin als Kritische Theorie bezeichnet. Die verschiedenen Ansätze Kritischer Theorie teilen die These, dass die mit der Moderne einsetzende gesellschaftliche Transformation aufs Engste mit dem neuzeitlichen Siegeszug des Vernunftideals zusammenhängt. Anders gesagt: Gegenwärtige Machtverhältnisse lassen sich kaum analysieren, wenn man nicht zugleich in den Blick nimmt, dass Handeln und Denken in der Moderne zunehmend dem Kriterium der „Vernünftigkeit“ unterliegen, also dem (Selbst-)Anspruch, sie mögen auf generalisierbaren Annahmen über die Welt gründen.

Kritische Theorie denkt dieses Wechselverhältnis von Vernunft und Macht als ein ambivalentes: Die Neuorientierung gesellschaftlicher Organisation am Maßstab der Vernunft macht es einerseits möglich, tradierte Machtverhältnisse aufzubrechen, indem absolutistische oder dogmatische Begründungsfiguren ihre Legitimität einbüßen. Andererseits aber droht das Vernunftideal, in seinem Universalitätsanspruch selber dogmatisch zu werden, und begründet so neue, womöglich subtilere und darum umso beharrlichere Formen gesellschaftlichen Ausschlusses.

In unserem Tutorium wollen wir die anstehende Veröffentlichung des Buches „The Force of Reason – The Philosophical Foundations of Critical Theory“ der amerikanischen Philosophin Amy Allen zum Anlass nehmen, zu rekonstruieren, wie das Verhältnis von Macht und Vernunft in den ersten drei Generationen der Kritischen Theorie (Adorno/Horkheimer, Habermas, Honneth) verhandelt wird. Amy Allen folgend, wollen wir diese Auseinandersetzung mit einer Lektüre der machtanalytischen Schriften Foucaults verbinden, um mit ihnen eine Brücke zu schlagen zwischen klassischen Topoi der Kritischen Theorie und jüngeren feministischen Debatten. Aktuelle Kritische Theorie, so dabei unsere These, darf nicht ignorieren, dass sich Machtverhältnisse maßgeblich in der sozialen Konstruktion von Geschlechtsidentitäten reproduzieren. Kritische Theorie hätte nicht zuletzt zu fragen, wie Vernunft an diesen Machtverhältnissen ihren Anteil hat – und wie sie umgekehrt womöglich den Weg zu ihrer Transformation bereiten könnte.

Im Anschluss an das Seminar findet ein 2-tägiger Workshop mit der Autorin statt, in dem die im Tutorium erarbeiteten Fragestellungen gemeinsam diskutiert werden können.

In diesem Tutorium können Scheine erworben werden.

Literatur:

  • Amy Allen: The Force of Reason. The Philosophical Foundations of Critical Theory (im Erscheinen)

  • Amy Allen: The Politics of Our Selves (2008)

  • Amy Allen: The Power of Feminist Theory (1999)

  • Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung

  • Jürgen Habermas 1976: Zur Rekonstruktion des Historischen Materialismus, Frankfurt a.M.

  • Jürgen Habermas 1981: Theorie des kommunikativen Handeln, Bd. 1: Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalität, Frankfurt a.M.

  • Axel Honneth 2007: Pathologien der Vernunft, Frankfurt a.M.

  • Axel Honneth 2011: Recht der Freiheit, Berlin

  • Foucault: Die Ordnung der Dinge

  • Foucault: Wille zum Wissen

  • Michel Foucault 1994: Nietzsche, die Genealogie, die Historie, in: Dits et Écrits II, Paris

 

Frühere Aktivitäten:

Veranstaltungsreihe im Wintersemester 2011/12: Philosophie | Macht | Geschlecht

Die Veranstaltungsreihe widmet sich dem Zusammenhang bestehender sozialer Machtstrukturen und dem Verhältnis der Geschlechter. Diese Frage soll aus einer philosophischen Perspektive betrachtet werden, wobei der Bezug zu aktuellen Themen queer-feministischer Theoriebildung wichtig bleibt. Die Veranstaltungen ermöglichen einen Einblick in verschiedene Aspekte feministischer Theorie, um ihre Bedeutung für die zeitgenössische politische Philosophie zu diskutieren. Dadurch erhoffen wir uns einen Beitrag zu einer Selbstreflexion der Philosophie über die Kategorie "Geschlecht" zu leisten. Zugleich möchten wir uns mit dem Problem ungleicher Chancen von Frauen gerade im wissenschaftlichen Bereich befassen.


Die Veranstaltungsreihe wird begleitet von einem Autonomen Tutorium, in dem die einzelnen Vorträge und Workshops gemeinsam vor- und nachbereitet werden sollen (siehe Alternatives Veranstaltungsverzeichnis). Es bietet die Möglichkeit, Texte und offene Fragen in einem kleinen Rahmen zu besprechen und zu diskutieren.
Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen!

 

Philosophie | Macht | Geschlecht. Feministische Veranstaltungsreihe

Brauchen wir einen neuen Feminismus?

Zur eindimensionalen Frau von heute, den Notwendigkeiten und Tücken eines neuen Feminismus | Nina Power (London)

Samstag, 08.10.2011 | 18 Uhr (ct) | Café KoZ (Bockenheim)

 

‚Furchtbares hat die Menschheit sich antun müssen...‘

Subjekt, Geschlecht und kritische Theorie | Barbara Umrath (Köln)

Mittwoch, 16.11.2011 | 18 Uhr (ct) | IG 411 (Westend)

 

Feminismus und politischer Widerstand

Drei Workshops mit anschließender Diskussion

10.12.2011 | ab 14 Uhr | Institut für Sozialforschung (Bockenheim)

Feministische Öffentlichkeiten | Ulla Wischermann (Frankfurt)

Inklusive Politiken: Ladyfeste als Veranstaltungsort queer-feministischer Selbstverständnisse | Alek Ommert (Frankfurt/Berlin)

Feministische Strategie und Revolution | Eva von Redecker (Berlin)

+ Abschlussdiskussion

Anschließend Buffet und Party mit und von ladyfest_ffm (ab 22Uhr)

 

Differenzen und Macht

Zur feministischen Theorie nach dem intersektionalen Turn | Ina Kerner (Berlin)

Mittwoch, 11.01.2012 |18 Uhr (ct) | Cas 1.801 (Westend)

 

Philosophinnen in der Universität

Gemeinsamer Austausch über Hindernisse und Perspektiven | N.N.

Mittwoch, 08.02.2012 | 18 Uhr (ct) | Cas 1.801 (Westend)

[Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem Institut für Philosophie, gefördert durch die Freunde und Förderer der Goethe-Universität]

Das Plakat zur Veranstaltungsreihe kann hier heruntergeladen werden, der Flyer mit näheren Infos hier.

Weitere Infos folgen. Kontakt: femphil.ffm@googlemail.com

 

 

 

 

 

 

geändert am 13. April 2012  E-Mail: Institut für Philosophie - Geschäftszimmerphilosophie@em.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 13. April 2012, 13:28
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb08/phil/feministische_philosoph_innen/index.html